Der Technik-Blick hinter die Kulissen
Die Technik hinter einem
autarken schreyoegg-Haus
Für alle, die es etwas genauer wissen wollen:
So macht ein System aus 6 Bausteinen ein Haus
unabhängig von Energiepreisen und
politischen Entscheidungen.
Baustein 01 – Die Hülle
Der 36 cm Wandaufbau – Hybrid aus Kreuzlagenholz und natürlichen Dämmmaterialien.
Unsere Wand ist kein monolithisches Bauteil, sondern eine sorgfältig geschichtete Kombination aus Tragwerk, Dämmung und Fassade. Herzstück ist ein 9 cm starker Kern aus Kreuzlagenholz, der die Statik trägt, eine luftdichte Ebene bildet und als thermischer Masse-Speicher wirkt.
Davor liegt eine Holzrahmen-Konstruktion aus 20 cm breiten Steico-Trägern, vollständig mit Holzfaserdämmung ausgeblasen sowie eine 6 cm Holzweichfaserplatte. Das ergibt einen Gesamtaufbau von 36 cm mit Werten, die auf Passivhaus-Niveau liegen.
Der Sommer, den Sie nicht spüren. Holzfaserdämmung schafft eine Phasenverschiebung von rund 12 Stunden – die Mittagshitze erreicht Ihre Innenräume erst nachts, wenn es draußen längst abgekühlt ist. Kein anderer gängiger Dämmstoff kommt auch nur in die Nähe dieses Werts.
Was diese Hülle für die Autarkie bedeutet
Energetisch ist jede gut gedämmte Wand eine stille Investition: Was nicht verloren geht, muss nicht erzeugt werden. Unser Wandaufbau reduziert den Heizwärmebedarf gegenüber einem konventionellen Neubau um rund 40 % und gegenüber einem unsanierten Altbau um mehr als 90 %. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die vergleichsweise kleine Wärmepumpe im Winter mit PV-Strom überhaupt mithalten kann.
Baustein 02 – Die Sonne
Photovoltaik-Anlage – grosszügig dimensioniert, intelligent ausgerichtet.
Die PV-Anlage ist das Herz jeder Autarkie-Strategie. Sie sammelt die Energie der Sonne und stellt sie für alle Nutzungsbereiche zur Verfügung. Wir dimensionieren sie großzügig: ab 14 kWp aufwärts.
Was PV für die Autarkie bedeutet
Die Energie der PV-Anlage reicht im Idealfall aus, um alle Verbraucher im Haus und sogar ein E-Auto über nahezu das ganze Jahr hinweg zu versorgen. Wir lösen das mit intelligenter Verteilung und Speichertechnik, möglich dank der energetisch hochwirksamen Gebäudehülle.
Baustein 03 – Der Akku
Batteriespeicher – die Nacht und die Wolken im Griff.
Die Hausbatterie schließt die kürzeste Autarkie-Lücke: die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Wir dimensionieren sie so, dass sie den abendlichen und nächtlichen Grundverbrauch vollständig tragen kann – typischerweise 10 kWh nutzbare Kapazität, je nach Haushaltsgröße und Wärmepumpen-Betriebsart auch größer.
Lithium-Eisenphosphat (LFP) – und warum das wichtig ist
Wir verbauen ausschließlich LFP-Zellen. Sie sind thermisch stabiler als klassische NMC-Chemien, brandsicher, frei von Kobalt und erreichen Zyklenzahlen jenseits von 6.000 Vollzyklen. Rechnerisch bedeutet das: Ihre Batterie hält länger als die erste Autogeneration, die sie laden soll.
Notstromfähigkeit
Auf Wunsch koppeln wir den Speicher als Ersatzstromlösung. Bei Netzausfall schaltet das System automatisch auf einen Inselbetrieb um – Licht, Kühlschrank, Internet, Kommunikation und Heizung laufen weiter. Das ist keine Spielerei: In den letzten Jahren haben wir selbst in Bayern mehrere mehrstündige Stromausfälle erlebt.
Baustein 04 – Die Wärme
Wärmepumpe – das effizienteste Heizsystem, das wir kennen.
Eine Wärmepumpe ist kein Heizgerät im klassischen Sinn. Sie erzeugt Wärme nicht, sie verlagert sie – aus der Umgebungsluft ins Haus. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so drei bis vier Kilowattstunden Heizwärme. Gekoppelt mit Ihrer PV-Anlage heißt das: Im Frühling und Herbst heizen Sie hier schon mal weitestgehend kostenfrei.
Luft/Wasser Wärmepumpen
Eine moderne Luft/Wasser-Wärmepumpe ist günstig in der Anschaffung und erreicht heute deutlich höhere Effizienzen als frühere Generationen. Auf Wunsch verbauen wir auch andere Wärmepumpen-Typen.
Fußbodenheizung als natürliche Ergänzung
Weil eine Wärmepumpe ihren besten Wirkungsgrad bei niedrigen Vorlauftemperaturen erreicht (30–35 °C), setzen wir konsequent auf Flächenheizung. Das ergibt nebenbei ein Raumgefühl, das jeder spürt, der es einmal erlebt hat: gleichmäßige Strahlungswärme, keine warme Luft, keine Zugluft.
Baustein 05 – Der Warmwasserspeicher
Pufferspeicher mit Power-to-Heat – Wasser als klügster Speicher.
Der Pufferspeicher ist das unscheinbarste, aber wirtschaftlich spannendste Bauteil des Systems. Er ist nichts anderes als ein sehr gut gedämmter Wassertank, im konkreten Beispiel 600 Liter groß. Seine Aufgabe: Wärme aus Wärmepumpe und PV-Überschuss zwischenspeichern, bis sie gebraucht wird – zum Duschen, zum Heizen, zum Aufwachen.
600 Liter ≈ 30 kWh. Ein Pufferspeicher ersetzt thermisch die Speicherleistung von zwei bis drei Hausbatterien – zu einem Bruchteil der Kosten.
Baustein 06 – Die Intelligenz
Die Steuerung, die alles clever verbindet.
Eine Hydraulikgruppe ist das Bindeglied zwischen Stromwelt und Wärmewelt. Sie startet erst dann, wenn alle übrigen Verbraucher – Haushaltsgeräte, Batterieladung, E-Auto – bedient sind und dennoch Überschuss verfügbar ist. Dadurch wird die Einspeisung ins Netz minimiert und jede Kilowattstunde im Haus gehalten.
Power-to-Heat: das kleine Ventil mit der großen Wirkung
Ein integriertes Heizelement (z. B. tubra®-eTherm mit 9 kW Leistung) wandelt überschüssigen PV-Strom direkt in Warmwasser um. Die stufenlose Regelung beginnt bereits bei 100 Watt Überschuss – nicht erst, wenn ein Kilowatt zusammengekommen ist. So fangen wir jede Kilowattstunde ein, die sonst ins Netz abfließen würde.
Entscheidend ist die Reihenfolge
Das System versorgt zuerst alle laufenden Haushaltsverbraucher, dann lädt es die Batterie, dann die Wallbox – und erst, wenn alle anderen bedient sind, startet Power-to-Heat. Dadurch verdrängt der Pufferspeicher niemals höherwertige Verbraucher.
Warum diese Reihenfolge? Weil jede Kilowattstunde, die im Haus verbraucht wird, einen Wert von rund 35 Cent hat. Jede Kilowattstunde, die eingespeist wird, bringt aktuell nur etwa 7 Cent. Ein gutes Energiemanagement multipliziert also den Ertrag jeder PV-Kilowattstunde um den Faktor fünf.
Aus der Praxis
Ein echter Tag in Zahlen – 11. April 2026
Theorie ist gut, Messwerte sind besser. Der folgende Tagesverlauf stammt aus einem unserer laufenden Referenzhäuser: 14 kWp PV-Anlage, 10 kWh LFP-Batterie, Luft-Wärmepumpe, 600 l Pufferspeicher mit 9 kW Power-to-Heat-Element, Wallbox 11 kW, ein geladenes E-Auto. Alle Werte sind im Monitoring-Dashboard des Wechselrichters dokumentiert.
Theorie ist gut, Messwerte sind besser. Der folgende Tagesverlauf stammt aus einem unserer laufenden Referenzhäuser: 14 kWp PV-Anlage, 10 kWh LFP-Batterie, Luft-Wärmepumpe, 600 l Pufferspeicher mit 9 kW Power-to-Heat-Element, Wallbox 11 kW, ein geladenes E-Auto. Alle Werte sind im Monitoring-Dashboard des Wechselrichters dokumentiert.
kWh Direktverbrauch
kWh Netzeinspeisung
kWh Netzbezug
kWh Batterieladung
%
Autarkiequote
Der erste Schritt
Lassen Sie uns reden.
Über Ihr Zuhause. Über Ihre Freiheit.
Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch. Mit Zeit, Fragen und ehrlichen Antworten.